Vorbemerkung
Im folgenden werden einige Werkzeuge in der chronologischen Reihenfolge ihres Gebrauchs vorgestellt. So können die unterschiedlichen Arbeitsgänge der Steinbearbeitung vom Rohling bis zum versatzfertigen Bauelement nachvollzogen werden.
Zunächst sei jedoch darauf hingewiesen, daß ein Steinmetz - je nach zukünftigem Verwendungszweck oder ästhetischen Überlegungen - seine Arbeit am Stein an jedem beliebigen Schritt beenden kann.
Auf den nachfolgenden Abbildungen wird das Werkzeug auf einem Steinblock präsentiert, so daß die neue Musterung, die es hinterlassen und die oft frühere Werkzeugspuren ausgelöscht hat, zu erkennen ist.
Die heutzutage verwendeten Werkzeuge werden nach dem Kriterium der Effektivität ausgewählt (die Schneiden sind oft aus Wolframcarbidplättchen, da sie weniger schnell als Schmiedeeisen abgenutzt werden). Mit den Werkzeugen zur Feinbearbeitung sollen die Steine eine Oberfläche erhalten, die derjenigen der alten Steine ähnelt, so daß neue und alte Steine ein harmonisches Gesamtbild ergeben.
Viele Werkzeuge sind im Laufe der Zeit verloren gegangen, und nur die Musterungen, die sie im Stein hinterlassen haben, haben überlebt. Aufgrund der notwendigen Restaurierungen bleiben immer weniger Originalsteine im Straßburger Münster übrig; mit diesen Steinen verschwinden auch die Zeichen ihrer Herstellung. Die alten Steine werden durch neu gefertigte Stücke ersetzt.
Clément Kelheter, Bildhauermeister am Oeuvre Notre-Dame, glaubt ein Werkzeug wiedergefunden zu haben, dessen Spur überall am Münster zu finden ist und das aus den modernen Werkzeugkisten ganz und gar verschwunden ist. Es handelt sich hierbei um das Zahnbeil, das aus den Dechseln der Zimmerleute hervorgegangen ist und der Bearbeitung weicher Steine wie des Kalks vorbehalten war. Die Spuren auf dem Stein werden heute mit Hilfe der Zahnfläche nachgeahmt.
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